Deutscher Gewerkschaftsbund

06.05.2015

Mai-Feiern in unserer Region

Traditionell begannen die Aktivitäten zum Tag der Arbeit mit einem Arbeitnehmerempfang, zu dem der DGB-Kreisverband Meißen eingeladen hatte. Ca. 60 ehrenamtliche Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter haben am 29. April 2015, in der Elbklause Niederlommatzsch daran teilgenommen. Der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes, Dietmar Damaschke, dankte ausdrücklich für die geleistete Arbeit, die ehrenamtlich in den letzten Monaten erbracht wurde. Als Mairedner hatten sich die Kolleginnen und Kollegen in diesem Jahr den stellvertretenden Vorsitzenden des DGB-Bezirks Sachsen, Markus Schlimbach, eingeladen. Sehr deutlich ging er nochmals auf die Diskussionen ein, die jetzt im Arbeitgeberlager zu dem seit Januar eingeführten gesetzlichen Mindestlohn geführt werden: „Für manche Arbeitgeber gab es Erschrecken: Stunden aufschreiben, Arbeitszeit dokumentieren – manche taten ja so, als ob es so was überhaupt noch nie gegeben hätte. Manchmal frage ich mich, wie früher Menschen bezahlt worden sind. Um Löhne auszurechnen musste schon immer Arbeitszeit aufgeschrieben werden. Gegenwärtig läuft eine Kampagne von manchen Arbeitgeberverbänden, die gegen die Aufzeichnungspflicht von Löhnen Sturm laufen. Das Bild eines Bürokratiemonsters wird heraufbeschworen. Machen wir uns nichts vor. Denen, den der Mindestlohn schon immer ein Dorn im Auge ist, versuchen durch die Hintertür den Mindestlohn wieder auszuhebeln.“

In Dresden wagten die Gewerkschaften zusammen mit dem DGB etwas Neues: die Kundgebung am 1. Mai fand erstmalig am Volkshaus auf dem Schützenplatz statt – dem historischen Ort des gewerkschaftlichen Wirkens, an dem Gewerkschaften seit über 100 Jahren für die Interessen abhängig Beschäftigter kämpfen. Auf die Errungenschaften, von denen wir heute profitieren und auf die wir aufbauen, ging André Schnabel, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes, in seiner Begrüßung ein: „Dazu gehört, dass heute der Betrieb kein demokratiefreier Raum mehr sein muss. Auch wenn es noch zu viele Betriebe ohne Betriebsräte gibt. Dazu gehören auch Dinge, die uns heute als selbstverständlich gelten wie die fünf-Tage-Woche, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, 40-Stunden-Woche und Acht-Stunden-Tag, bezahlter Jahresurlaub und Urlaubsgeld etc. Seit diesem Jahr gehört auch ein Mindestlohn von 8,50€ dazu. Das sind alles Sachen, die auf der einen Seite als Standards in Gesetzen verankert worden und auf der anderen Seite an vielen Stellen ständig in Frage gestellt werden. Ich nehme nur mal die Diskussionen um eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit heraus oder auch der Lebensarbeitszeit, aber auch die Angriffe auf den Mindestlohn. Die Verstöße oder Angriffe sind natürlich in solchen Bereichen am größten, in denen es keine starken Gewerkschaften und oder keine Mitbestimmungsstrukturen gibt. Wo Arbeitnehmer auf sich allein gestellt sind und ihrem Arbeitgeber allein gegenübertreten, dort stehen sie meistens auf verlorenem Posten.“

Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Hauptredner der Kundgebung, traf mit seinen Aussagen den Nerv der Zuhörerinnen und Zuhörer als er die Arbeitgeber scharf kritisierte: „Wo neue Arbeitsplätze entstehen, sind sie oft befristet, unsicher und schlecht bezahlt. Rund acht Millionen Menschen arbeiten im Niedriglohnsektor.“ Immer mehr Menschen sind von Hartz IV-Leistungen abhängig – trotz Arbeit, weil Leiharbeit, Werkverträge und Befristungen für Arbeitgeber im Vordergrund stehen. Außerdem rief er auf, mit den richtigen Mitteln auf die Erfolge der Rechtspopulisten in Deutschland zu reagieren: „Wer die Pegida-Bewegung eindämmen will, der muss in den Sozialstaat investieren. Es gibt eine tiefe Unzufriedenheit vieler Menschen mit den sozialen Verhältnissen – und wer dem Rechtspopulismus den Nährboden entziehen will, der muss diese Verhältnisse ändern.“

Die Mischung aus politischer Kundgebung und Familienfest kam bei den Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung sehr gut an. Während die Eltern zuhörten, hatten die Jüngsten viel Spaß z.B. auf der Hüpfburg oder bei Feuerwehrrundfahrten bzw. beim Basteln und Kinderschminken.

Ebenfalls traditionell führten die Kolleginnen und Kollegen des DGB-Kreisverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am 1. Mai ihr Familienfest durch. Einen Ortswechsel gab es auch hier – allerdings ungewollt. Dennoch besuchten im Laufe des Nachmittags mehrere hundert Menschen die Veranstaltung auf dem Markt in Pirna. Der Vorsitzende, Kollege Thomas Dißelmeyer, war zufrieden. Hauptredner hier war Dr. André Hahn, MdB Fraktion DIE LINKE.

 

 

Arbeitnehmerempfang

Arbeitnehmerempfang KV Meißen Birkigt

Veranstaltung in Dresden

Veranstaltung in Dresden Birkigt

André Hahn auf Kundgebung in Pirna

André Hahn auf Kundgebung in Pirna Dißelmeyer


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