Deutscher Gewerkschaftsbund

09.05.2012
Mehr ist fair

Warnstreik KBA Planeta

IG Metall fordert Tarifangebot

KBA Planeta 9.5.

Warnstreik der IG Metall vor KBA Planeta in Radebeul. Hron

Am 9.5.2012 fand ab 13.00 Uhr vor dem Werktor des Unternehmens KBA Planeta der nächste Warnstreik der laufenden Tarifrunde der IG Metall statt. Die Beschäftigten der Branche führen die Auseinandersetzung zu drei Kernzielen: 6,5 % mehr Lohn für 12 Monate, Übernahme der Auszubildenden und die Mitsprache des BR beim Einsatz von Leiharbeit.

In seiner Eingangsrede ging vor versammelter Belegschaft der BR-Vorsitzende des Unternehmens genau darauf ein. Claus Weihmann berichtete von seinen Versuchen, mit der KBA eine Betriebsvereinbarung zum Leiharbeitseinsatz abzuschließen, was nicht gelang. Lediglich eine Regelabsprache war möglich, an die sich aber das Unternehmen offensichtlich nicht immer gebunden fühlt. Er skizzierte den Anspruch, dass die Betriebsräte in dieser Frage mitreden können. Ebenso verwies Weihmann darauf, dass die zunehmende Abwanderung junger Leute aus der Region durchaus etwas mit der Frage der Übernahmeperspektive zu tun hat. Die KBA kann sich diesen Abgang junger Leute, selbst gut ausgebildet, nicht leisten!

IG Metall-Bevollmächtigter Willi Eisele erklärte den anwesenden Kolleginnen und Kollegen den Sachstand der Verhandlungen der Tarifrunde. Aktuell läuft wohl alles auf einen Verhandlungstermin am 15. Mai im Tarifbezirk BaWü, bei dem über den weiteren Verlauf entschieden wird. Setzen die Arbeitgeber der Branche ihren bisherigen Kurs der Konfrontation fort, oder gehen sie auf die berechtigten drei Kernforderungen ein? Eisele erklärte aber auch ausführlich den bisherigen Verlauf des Streiks, auch in anderen Tarifbezirken. Außerdem ging er auf die Entstehung der Tarifforderungen durch die Kolleginnen und Kollegen der IG Metall ein.

Iris Kloppich 9.5.

Iris Kloppich, DGB Bezirksvorsitzende, redet vor den Warnstreieknden über die Fachkräftesicherung in Sachsen und spricht vom "Kaiser ohne Kleider". Hron

DGB-Bezirksvorsitzende Iris Kloppich überbrachte die solidarischen Grüße der Gewerkschaften und erinnerte in ihren Beitrag an die gelaufenen Tarifrunden der anderen Branchen. Sie ging auf die laufende Tarifrunde der Chemie ein und zog eine vorläufige Bilanz. Vor allem aber drückte sie ihren Respekt für die Beteiligung am Warnstreik aus. „Ja, ihr habt ein Recht auf eure richtigen und sinnvollen Tarifforderungen. Es ist ein Menschenrecht, ordentlich und fair bezahlt zu werden.“ Die DGB-Vorsitzende, selbst Metallerin, sprach über die vielen prekären Arbeitsverhältnisse, die heute in Sachsen Lebensrealität sind, und die dann Druck machen auf die Beschäftigten, die noch ein „normales Arbeitsverhältnis“ haben. Deutschland aber braucht aus Sicht des DGB kräftige Tarifabschlüsse für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. Sie sind eine Frage der Fairness und des ökonomischen Sachverstandes.

Weihmann Claus

Betriebsratsvorsitzender Claus Weihmann von KBA Planeta spricht. Hron

Perspektiven

Eine IG Metall Forderung: Übernahme der Auszubildenden. Hron

Iris Kloppich

DGB Bezirksvorsitzende Iris Kloppich bei KBA Planeta in Radebeul. Hron


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