Deutscher Gewerkschaftsbund

15.11.2018

Sind wir Ostdeutschen tatsächlich Bürger 2. Klasse?

Die Wiedervereinigung liegt nun knapp 30 Jahre zurück. Aber noch immer spielt bei der Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger in Sachsen bzw. Ostdeutschland ein Gefühl eine besondere Rolle: das Gefühl, vom Westen ungerecht behandelt worden zu sein. Der heftige gesellschaftliche Umbruch im Osten, radikaler Strukturwandel und millionenfacher Arbeitsplatzverlust innerhalb kürzester Zeit wirken bis heute nach. Die Wiedervereinigung ist immer noch eine ökonomische und gesellschaftliche Herkulesaufgabe.

Ganz offensichtlich gibt es hierbei auch Zusammenhänge mit der Politikverdrossenheit oder auch Demokratiekritik vor Ort. Für uns steht fest, dass man diese Gefühlslagen ernst nehmen muss verbunden mit der Frage, wie hier gegengesteuert werden kann.

Staatsministerin Köpping hat die Einladung gern angenommen: „Die vielen Gespräche, die ich bisher geführt habe, zeigen: die Aufarbeitung der Nachwendezeit ist dringend notwendig und von der Bevölkerung auch gewünscht. Das verdeutlichen übrigens auch die Gespräche, zu denen ich in den alten Bundesländern eingeladen war. Die Menschen dort sind sehr interessiert, wollen mehr wissen und verstehen, was damals bei uns passiert ist. Wir Ostdeutschen sollten also unbedingt darüber reden – selbstbewusst, ohne Anklage, aber mit der Gewissheit, welch große Leistung wir erbracht haben.


Nach oben