Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18 - 14.07.2021

Corona in Dresden – Tausende Minijobber arbeitslos

DGB fordert Reform: „Die Krise ist ein Alarmsignal“

 

Ende 2020 gab es in Dresden 33.000 Minijobberinnen und Minijobber. Das sind rund 2.800 weniger als im Jahr davor. Vor allem im Gastgewerbe und im Dienstleistungsbereich war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Tausende Dresdnerinnen und Dresdner haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten“, sagte André Schnabel, Vorsitzender des DGB-Dresden.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder  Kurzarbeiter-, noch  Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“, beklagte Schnabel.

„Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, forderte Schnabel.

Der DGB kritisiert wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange  das „System Minijob“ und setzt sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein.


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