Deutscher Gewerkschaftsbund

14.08.2019

Sachsen braucht einen Sozialindex für Schulen!

Als Fachgäste saßen auf dem Podium:
Hartmut Vorjohann, Beigeordneter für Jugend und Bildung der Stadt Dresden
Uschi Kruse, Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Sachsen
Torsten Köhler, Geschäftsführer Geschäftsbereich Bildung, IHK-Dresden
Elena Domingo, Lehrerin an der 145. Oberschule Dresden
Anna-Maria Feig, Schulleiterin der 117. Grundschule in Dresden


Moderiert wurde der Abend von Torsten Menzel von Teach First Deutschland.

Leider war es nicht gelungen eine/n Vertreter/in des sächsischen Kultusministeriums zu gewinnen.

Grundlage für die Diskussionen war ein Vortrag von Bürgermeister Vorjohann, in dem er den Ansatz der Stadt Dresden aufzeigte, anhand eines Sozialindexes in 13 Kitas und 8 Schulhorten mit deutlich mehr Personal und sächlichen Ressourcen zu investieren. Anhand statistischer Daten zeigt die Stadt Dresden bereits seit 2012 deutliche Zusammenhänge zwischen der sozio-ökonomischen Lage von Kindern und Jugendlichen und deren Lernerfolgen auf. Diesen Ansatz unterstützen GEW und DGB. Ungleiches muss auch ungleich behandelt werden, war deshalb auch die Überschrift der Veranstaltung. Da die Stadt bzw. Kommunen generell aber keine Hoheit über den Einsatz des Lehrpersonals an Schulen haben, fordern die Gewerkschaften, auch für Schulen einen Sozialindex anzuwenden. Bisher sperrt sich das Kultusministerium diesem Ansinnen. Unter Anderem werden die angespannte Fachkräftesituation und auch die Schwierigkeit, entsprechende Daten zu erheben, angeführt. In der Diskussion wurde deutlich, dass weder die Datenlage noch ein mögliches „Stigma“ der geförderten Schulen ein Problem darstellen kann. Durch den schlechten Ruf bestimmter Schulen verschärft sich der Personalnotstand sogar noch, da Lehrkräfte unter diesen Bedingungen hier nicht arbeiten wollen. 
In den Diskussionen wurde auch betont, dass es ein nicht zufriedenstellender Zustand ist, wenn die Gesellschaft zunehmend auseinanderfällt und sich gerade in Großstädten Stadtteile für Arme und solche für Wohlhabendere entwickelt haben, in denen kein Ausgleich oder Aufeinandertreffen mehr stattfindet. Insofern wurden auch Fragen des sozialen Wohnungsbaus angesprochen oder auch neuer Schulformen wie der Gemeinschaftsschule.
Alles in allem ziehen die Veranstalter, Juri Haas von der GEW und André Schnabel vom DGB eine positive Bilanz des Abends. Der Auftakt zur Diskussion ist gelungen. Nach dem 01. September wird es nun darum gehen, die Diskussionen für einen Sozialindex im Schulbereich fortzusetzen.


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