Deutscher Gewerkschaftsbund

25.11.2016

NEIN zu Gewalt an Frauen

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen haben der DGB-Bezirk Sachsen und der DGB Dresden-Oberes Elbtal in Kooperation mit der Fraktion  DIE LINKE im Sächsischen Landtag sowie der Vereinten Europäischen Linken und der Evangelischen Hochschule Dresden am 25. November 2016 im Foyer des Volkshauses Dresden die Ausstellung „Hinter verschlossenen Türen“ eröffnet, die Einblicke zur häuslichen Gewalt gibt. Sarah Buddeberg, gleichstellungs- und queerpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag erklärte dazu: „Grundsätzlich gilt: Alle, die Gewalt erfahren, sollen in gleichem Maße Schutz und Hilfe erhalten. Deswegen brauchen wir nicht nur eine höhere und vor allem langfristige finanzielle Absicherung für Opferschutzeinrichtungen und Beratungsstellen, sondern Schutzeinrichtungen, die so ausgestattet sind, dass sie allen von Gewalt Betroffenen die Hilfe anbieten können, die sie auch wirklich brauchen. Dazu gehören barrierefreie Plätze genauso wie Dolmetscher*innen. Eine gewaltfreie Gesellschaft aber fängt nicht erst beim Gewaltschutz an. Wir brauchen eine Bildungsarbeit, aus der selbstbewusste Mädchen und respektvolle Jungen hervorgehen. Dazu gehören auch der Abbau von traditionellen Geschlechterrollen und der stärkere Ausbau von Maßnahmen zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit. “ 

Die sächsische Europaabgeordnete der LINKEN, Dr. Cornelia Ernst, verweist darauf, dass auch auf europäischer Ebene die Zahlen der Betroffenen konstant hoch sind: „In vielen Ländern Europas wird Gewalt an Frauen nach wie vor weggeschwiegen, tabuisiert oder gar beschönigt. Bis heute haben zwar 28 EU-Mitgliedsstaaten die Istanbul-Konvention unterzeichnet, ratifiziert haben sie hingegen nur vierzehn. Die Umsetzung der Opferschutzrichtlinie ist zäh und auch die Forderung nach dem EU-Beitritt zur Istanbul-Konvention bleibt bis dato ungehört. Dabei zeigen Erhebungen in der EU und in der Bundesrepublik deutlich, dass wir es mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem gewaltigen Ausmaßes zu tun haben. Wir brauchen mehr Investitionen in eine gewaltfreie Gesellschaft und zwar jetzt. Allein ein jährliches „Erinnern“ reicht nicht.“ 

Mit der Veranstaltung protestiert der DGB gegen die vielfältigen Formen von Gewalt, denen Frauen im privaten und öffentlichen Raum täglich ausgesetzt sind. „Gewalt gegen Frauen ist eine Verletzung der Grundrechte. Mit der Ausstellung wollen wir aufrütteln und zu Diskussionen anregen“, so Iris Kloppich, Vorsitzende des DGB Bezirk Sachsen. „Wir müssen gar nicht in Länder wie den Irak, Nigeria, Indien u.a. schauen, um uns zu empören. Unser Umfeld bietet – leider – selbst genügend Anlass zur Sorge“.

Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen, häufiger als Verkehrsunfälle und Krebs zusammen genommen. Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden.

In Sachsen war bereits jede vierte Frau Opfer von häuslicher Gewalt betroffen. Jede siebte Frau musste in ihrem Leben schon einmal eine Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung erleben.

„Gewalt gegen Frauen ist keine Privatangelegenheit und leider keine Ausnahmeerscheinung, sondern ein gesellschaftliches Massenphänomen“, so die DGB-Vorsitzende.

Dr. Cornelia Ernst und André Schnabel

Dr. Cornelia Ernst und André Schnabel birkigt

Dr. Heidi Becherer, DGB Sachsen

Dr. Heidi Becherer, DGB Sachsen birkigt

Sarah Buddeberg

Sarah Buddeberg birkigt

Teil der Ausstellung

Teil der Ausstellung birkigt


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