Deutscher Gewerkschaftsbund

22.10.2018

Für Demokratie und Weltoffenheit

Dresden zeigt Herz statt Hetze

Über 10.000 Menschen setzten am Sonntag ein Zeichen für Weltoffenheit und Demokratie in Dresden. Anlass war der bereits vierte Geburtstag des ausländer- und islamfeindlichen Bündnisses PEGIDA, welcher rund 4.000 Menschen auf den Dresdner Neumarkt lockte. Um das nicht unkommentiert zu lassen, organisierten zahlreiche Organisationen, Vereine, Parteien, Gewerkschaften und auch Einzelpersonen unter der Überschrift „Herz statt Hetze“ einen bunten Gegenprotest. Diesmal ebenfalls mit dabei war das Bündnis „Dresden.Respekt“, welches vom ehemaligen Direktor der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Dresden, Prof. Dr. Ehninger initiiert wurde. Diese Breite an Organisator/innen und Unterstützer/innen war letzten Endes das Geheimnis für den Erfolg am 21. Oktober 2018. Genau diese Einigkeit ist es auch, die es braucht im Kampf gegen Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Demokratieverachtung.

Zahlreiche Politikerinnen und Politiker nahmen an den Veranstaltungen teil. Neben der Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD), dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sprachen auch der Oberbürgermeister der Stadt Dresden Dirk Hilbert (FDP) und der Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Ebenfalls zu sehen waren aber auch HWK-Kammerpräsident Dr. Jörg Dittrich, Sozialministerin Barbara Klepsch, Superintendent Christian Behr, Bundestagsabgeordneter der LINKEN André Hahn oder der Geschäftsführer der AWO-Sachsen David Eckardt.

Mit Michael Kretschmer sprach damit erstmalig ein sächsischer CDU-Ministerpräsident auf einer Gegendemonstration zu PEGIDA. Er sprach auch unter anderem davon, dass es zu lange habe es gedauert, um den richtigen Umgang mit PEGIDA zu finden. „Mit diesen Demonstrationen, mit Bildern von Galgen, die durch die Gegend getragen worden sind.“ Er appellierte an die Zuhörenden, die Demokratie zu verteidigen und Ausgrenzung deutlich entgegenzutreten.

Der stellvertretende Ministerpräsident Martin Dulig sprach von einem „wichtigen Zeichen, dass wir uns auch als Demokraten nicht auseinandertreiben lassen, sondern zusammenstehen“. Neben symbolischen Auftritten liege die eigentliche Aufgabe darin, im Alltag Widerspruch zu leisten. „Am Arbeitsplatz, wenn wieder Judenwitze erzählt werden, genauso bei Familienfeiern oder selbst im Kindergarten. Wir dürfen nicht untereinander streiten, wer jetzt der bessere Demokrat ist.“

Die Initiator/innen von „Herz statt Hetze“ resümierten zum Ende der Veranstaltung „Wir haben gezeigt, dass man trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen mit einem gemeinsamen Ziel den rechten Umtrieben von PEGIDA & Co. Deutliche Grenzen aufzeigen kann“.

 


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