Deutscher Gewerkschaftsbund

29.08.2014

Wie stark ist Sachsen Wirtschaft wirklich?

Zu diesem Thema hatte die Landtagsabgeordnete Dr. Eva-Maria Stange (SPD) die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und Beauftragte für die Region Ostdeutschland der Bundesregierung, Iris Gleicke, den Präsident der Handwerkskammer Dresden, Dr. Jörg Dittrich und den Regionsgeschäftsführer des DGB Dresden – Oberes Elbtal, André Schnabel eingeladen.

Nachdem die Ausgangslage für Sachsen und die Region Dresden nochmal beleuchtet wurde, ging es in der Diskussion besonders darum zu schauen, wie es mit der wirtschaftlichen Entwicklung zukünftig weiter gehen und welche Ansätze es dazu braucht. Iris Gleicke betonte dabei besonders, dass die Akteure in Ostdeutschland sich auf ihre eigenen Stärken verlassen sollten und der Erfolg nicht in der Kopie von Lösungen zu suchen ist, die in den alten Bundesländern funktioniert hätten.

Dr. Dittrich machte noch einmal deutlich, dass das Handwerk in der Region keine Angst vorm Mindestlohn habe. Ganz im Gegenteil, eine Grenze nach unten hilft den Unternehmen einen sauberen Wettbewerb untereinander zu führen. Er warb aber auch dafür, dass mögliche Folgen wie eine Verteuerung bestimmter Produkte, von der Bevölkerung auch anerkannt werden. Außerdem sieht er Handlungsbedarf bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen für Klein- und Mittelständische Unternehmen. So verwies er auf einen dringen benötigten Bürokratieabbau und eine Veränderung bei der derzeitigen Regelung zur Vorfälligkeit der Sozialabgaben.

Für die Gewerkschaften betonnte André Schnabel, dass die wenig ausgeprägte Sozialpartnerschaft und die daraus resultierende schlechte Tarifbindung, in deren Ergebnis Sachsen Schlusslicht bei der Frage der Löhne in Deutschland ist, sich als Hemmschuh in der weiteren Entwicklung erweisen könnte. Gewerkschaften begrüßen daher die Einführung des Mindestlohns und plädieren für eine neue Kultur des Miteinanders von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Erhöhung der Tarifbindung in Sachsen muss unser gemeinsames Ziel sein. Auch die Politik kann hier einiges dazu beisteuern indem sie bspw. Fördergelder, die in die Wirtschaftsförderung fließen, an bestimmte Kriterien „guter Arbeit“ bindet. Auch ein modernes Vergabegesetz gehört dazu. Von der neuen sächsischen Landesregierung erwarten die Gewerkschaften beim Thema „gute Arbeit“, dass diese deutlich stärkere Akzente setzt als das bisher der Fall war. Ein Wirtschafts- und Arbeitsministerium, das diesen Namen auch verdient hat, gehört dazu.


Nach oben