Deutscher Gewerkschaftsbund

04.11.2015

Ausstellung eröffnet: "Opfer rechter Gewalt in Sachsen"

von: ASchnabel

Am 03. November wurde im Foyer des Volkshaus Dresden am Schützenplatz die Ausstellung „Opfer rechter Gewalt in Sachsen“ erstmalig einem interessierten Publikum gezeigt. Anlässlich dieses Ereignisses hielt unter anderem auch der Vorsitzende des DGB-Dresden, André Schnabel, eine kurze Ansprache:

„Zuerst möchte ich meinen Dank an die Macherinnen und Macher der Ausstellung, RAA Sachsen, Kulturbüro und Courage Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit in Sachsen ausdrücken. Die Opferberatung RAA und das Kulturbüro haben es sich zur Aufgabe gemacht, regelmäßig daran zu erinnern, dass rechte Gewalt stattfindet und leider zum Alltag gehört. Und das ist wichtig, weil das Thema sonst zu oft verharmlost und ausgeblendet wird.

Gerade in der aktuellen Zeit ist das besonders wichtig. Es vergeht fasst kein Tag, an dem nicht rechts motivierte Gewalttaten passieren. Bereits heute ist die abgedruckte Statistik /ein Bestandteil der Ausstellung mit Zahlen von 190 bis 2014) veraltet. Und was wir leider deutlich beobachten müssen ist, dass die Zahl der Gewalttaten zugenommen hat in dem Maße, wie die Hetze gegen Ausländer, besonders Asylsuchende aber auch Politiker/innen oder Journalist/innen auf den Straßen Dresdens, zahlreicher anderer Kommunen in Sachsen und Deutschland zunahm. Der Zusammenhang zwischen Worten und Taten ist nicht zu übersehen. Wer das leugnet verschließt seine Augen, ob unbewusst oder wissentlich ist im Ergebnis egal.

Auch wenn die Herausforderungen mit PEGIDA und Co. besondere sind, Gewerkschaften engagieren sich gegen Fremdenhass oder die Ausgrenzung von anderen Minderheiten. Gewerkschaften mussten selbst 1933 erleben wie es ist zu einer Gruppe zu gehören, die nicht mehr erwünscht war und nicht mehr ins Bild der neuen Machthaber passte. Aus den Erfahrungen von Ausgrenzung und Verfolgung schlussfolgerten unsere Großelter nach dem Krieg zum einen, dass es unter den organisierten Arbeitnehmer/innen keine Zersplitterung der Kräfte geben darf und zum anderen, dass wir es nicht zulassen dürfen, dass Diskriminierung von Minderheiten, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus wieder die Oberhand in Deutschland gewinnen dürfen. Beide Schlussfolgerungen aus der Zeit des Nationalsozialismus müssen aber täglich neu ins Gedächtnis gerufen werden, um nicht in Vergessenheit zu geraten.

 

Deshalb noch einmal mein Dank an die Macherinnen und Macher der Ausstellung. Ihr trag dazu bei, dass das unliebsame Thema der rechten Gewalt nicht in Vergessenheit gerät und dass brauchen wir, bzw. unsere Gesellschaft leider immer wieder.“

Weitere Informationen: www.raa-sachsen.de


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