Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12 - 21.09.2017

Auch in der Stadt Dresden droht Menschen Armut im Alter

Am 21.09. beendet der DGB seine Rententour durch die Region

Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Dresden vor steigender Altersarmut. In Dresden verdienten Ende vergangenen Jahres 64.774 Beschäftigte (knapp 39% der Gruppe Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird.

Deshalb haben die DGB-Gewerkschaften im Herbst letzten Jahres mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 die Kampagne „Rente muss reichen“ gestartet. Im unmittelbaren Vorfeld des 24. Septembers touren die Gewerkschafter/innen über diverse Marktplätze in Dresden, dem Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge und auch dem Landkreis Meißen. Dabei haben sie sich mit Bundestagskandidatinnen und -kandidaten verabredet, deren Parteien ebenfalls für Verbesserungen des derzeitigen Rentensystems stehen. Am 21.09. sind die Gewerkschafter/innen in der Zeit von 09.00 Uhr bis 11.00 Uhr vor dem Konsum auf der Pfotenhauer Straße in der Johannstadt anzutreffen. Diesmal mit dabei der Bundestagskandidat der SPD, Christian Avenarius, der gleichzeitig allen Interessierten Rede und Antwort steht.

Mit diesem Termin beendet der DGB seine Rententour in der Region und kündigt gleichzeitig an, dass die Kampagne „Rente muss reichen“ auch nach der Bundestagswahl weiter gehen wird.

Zz den Forderungen: „Wir brauchen als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne“, sagt André Schnabel, Vorsitzender des DGB-Dresden. „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf 50 Prozent. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Schnabel sieht das kritisch: „ Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Riester ist gescheitert. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Zukunftsfragen, wie wir die gesetzliche Rente aufstellen. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und konfrontieren damit die Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag. Nach der Wahl werden wir die Parteien dann an ihren Aussagen messen.“

 

Berechnungsgrundlage:

Gesamtbeschäftigtenzahl Vollzeit ohne Ausbildung: 166.704 davon 64.774 unter 2.500 €, das sind 38,9%

 


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