Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13 - 08.09.2015

Kinderarmut bekämpfen - DGB und BDA legen Aktionsplan vor

Auch der DGB in der Region Dresden-Oberes Elbtal unterstützt die Bundesinitiative von DGB und BDA: „Zukunft für Kinder – Perspektiven für Eltern in SGB II“

Im Fokus des Plans, der bei den Jobcentern ansetzen soll, stehen Familien, die schon länger auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind und in denen kein Elternteil erwerbstätig ist. Sowohl die Teilnahme der Jobcenter als auch die der Hartz IV-Empfänger am Programm wäre freiwillig. Qualifizierte Fallmanager würden gemeinsam mit den Hilfesuchenden eine individuelle Eingliederungsstrategie entwickeln und vereinbaren. Ergänzen-de Leistungen, wie Kinderbetreuung und psychosoziale Beratung, würden von den Kommunen bereitgestellt.

Sollte es nach etwa einem Jahr nicht gelungen sein, zumindest ein Elternteil in den Ar-beitsmarkt zu integrieren - und das hat stets Vorrang -, schlagen BDA und DGB eine zeitlich befristete, öffentlich geförderte und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Als gezielte finanzielle Anreize für Jobcenter, die sich engagieren wollen, schlagen die Sozialpartner 280 Mio. Euro vor. Das Programm soll zunächst auf drei Jahre angelegt sein und wissenschaftlich begleitet werden.

"Wer die Verhärtung von Armut bekämpfen will, muss möglichst früh ansetzen - also bei den Kindern", sagte Schnabel, Geschäftsführer des DGB-Dresden-Oberes Elbtal. „Armuts-perioden in der Kindheit führen schnell zu lebenslanger Benachteiligung - in finanzieller und beruflicher Hinsicht, aber auch bei den Bildungschancen und der gesellschaftlichen Teilhabe. Kein Kind sollte in einer Familie aufwachsen, in der kein Elternteil erwerbstätig ist oder einer anderen tagesstrukturierenden Tätigkeit nachgeht, wie z.B. der Teilnahme an einer Fördermaßnahme".

Regionale Daten, Zahlen der BA aus dem April 2015

In der Stadt Dresden lebten 12.118 Kinder in Hartz-IV-Verhältnissen. Dies sind 17,1 % aller in Dresden lebenden Kinder unter 15 Jahren.

Außerdem sind 51,2% der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher/innen vier Jahre oder länger in Hilfebezug. Bei den 7- bis 14-jährigen sind es hingegen 64,6%.

Im Landkreis Meißen lebten 5.106 Kinder in Hartz-IV-Verhältnissen. Dies entspricht 16,6% aller im Landkreis lebenden Kinder unter 15-Jahren.

Außerdem sind 60% der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher/innen vier Jahre oder länger in Hilfebezug. Bei den 7- bis 14-jährigen sind es 60,9%.

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge lebten 4.970 Kinder in Hartz-IV-Verhältnissen. Dies entspricht 15,7% aller im Landkreis lebenden Kinder unter 15-Jahren.

Außerdem sind 56,7% der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher/innen vier Jahre oder länger in Hilfebezug. Bei den 7- bis 14-jährigen sind es hingegen 59,1%.

Bundesweit sind rund 640.000 Kinder unter 15 Jahren bereits vier Jahre oder länger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. 70 Prozent der Paarhaushalte mit Kindern im SGB-II-System sind so genannte Langzeitbezieher, d.h. sie sind innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens 21 Monate bedürftig gewesen. Für Kinder ist das Risiko, von Arbeitslosengeld II abhängig zu sein, in den vergangenen Jahren sogar gestiegen, im Unterschied zu an-deren Altersgruppen.

Aktionsplan als Anhang

Aktionsplan DGB und BDA 28.08.2015 (PDF, 97 kB)

Vorschlag für einen Aktionsplan: „Zukunft für Kinder – Perspektiven für Eltern im SGB II“ Eine gemeinsame Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbunds und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände Berlin 3. September 2015


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